Signale von Außerirdischen stellt man sich gemeinhin anders vor. Die weltbeste Infrarotkamera, montiert auf einem Satellitenteleskop der Nasa, fing nur ein kurzes Zwinkern ein. Das reichte, um David Charbonneau in helle Aufregung zu versetzen. »Als ich zum ersten Mal die Daten sah, war ich elektrisiert«, sagt der Planetenjäger vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics. »Wir sehen hier das Glühen fremder Welten.«

Die Astronomen sind sicher: Erstmals habe man die Wärmestrahlung eines Exoplaneten, eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems empfangen. Für die Fachwelt ist das eine kleine Sensation. Bislang gab es nur indirekte Hinweise darauf, dass andere Sterne ebenso von Planeten umgeben sind wie unsere Sonne. Jetzt haben die Astronomen direkt das Leuchten einer fremden Welt erblickt – und damit blüht die Hoffnung, da draußen eines Tages eine zweite Erde zu entdecken. Oder zumindest die Entstehung von Planeten besser zu verstehen.

Die Lichtstrahlen, die das Spitzer Space Telescope der Nasa nun empfangen hat, stammen von einem sich eng umkreisenden Paar im Sternbild Leier (Lyra). Aus früheren Messungen war bekannt, dass dort ein sonnenähnlicher Stern gleichmäßig hin und her wackelt. Ein großer Himmelskörper, so ergaben Rechnungen, umrundet ihn alle drei Tage und zwingt den Stern mit seiner Schwerkraft zum Tanz. Das interstellare Techtelmechtel findet in knapp 500 Lichtjahre Entfernung von uns statt, der Name des Galans: Tres-1